fluffy realism

Paintings with other methods.

A modern pavillon made of plastic in Warszaw, ancient townwalls, a discounter in berlin. In reality the human eye meets hard surfaces – in my pictures the fassades invites for stroking. They are made out of carpets.

As an educated typesetter, I studied for a short time at the University of visual Arts in Leipzig. „I was seeking for another medium, I didn`t want to discover the world with a pencil“. So I found my material by the sale of a furniture-house: Carpet-muster-catalogues. Since that day, I created my pictureworld out of thousands of puzzle-pieces, postcard-sized or wall-filling.

In the conditions of the product, I work with a limited color-selection, meanwhile I have vellour-carpets in 300 different colours. Between grey and blue is a big offer in colors, the colors of concret and the sky over the baltic-sea. A further limitation is the size of my mobile studio in a trailer.

Travelling is essential for my working. With the motor caravan at the seaside,
or employed in different towns: landscapes everywhere. Mainly eastern european architecture are my favourites. Excursiones to Tallin, Warszaw, Gdansk, Riga or Prague are going to be translated in cosy works. So I collect photobooks from socialistic times in my studio.

„If I play with the fassades of the worldwide, similar discounters, or ecoesthetic busshelters belittle, maybe there is some yearning for a piece of home“. No matter where you are, the standardisation of the envirement runs forwards. You are moving, but it looks like at home. Fluffy!

flauschiger Realismus

Malerei mit anderen Mitteln – Tom Korns Teppichobjekte

Ein moderner Pavillon aus Plastik in Warschau. Überladene Jahrmarktdekorationen. Der Penny-Markt in Telgte. In der Realität trifft da das menschliche Auge auf gehärtete Fläche – in Tom Korns Objekten werden Außenfassaden zum Streicheln schön. Sie bestehen aus Teppich.

Tom Korn, gelernter Schriftsetzer – „an sich bin ich der letzte Bleisetzer Kölns“ – studierte nur kurz an der HGB Leipzig Malerei/Grafik. „Ich war auf der Suche nach einem anderen Material, die Welt mit dem Zeichenstift neu zu erfinden, das entsprach mir nicht.“ Sein Material fand er vor neun Jahren beim Konkurs eines großen Möbelunternehmens in Flensburg: Teppichmusterkataloge. Seitdem setzt er aus tausenden bis zu zwei mal zwei Millimeter kleinen Puzzleteilen seine Bildwelten zusammen.

„Produktbedingt arbeite ich in einer begrenzten Welt, am Ende habe ich es mit ungefähr 300 verschiedenen Farben zu tun.“ Das breiteste Velourfarbenspektrum gibt es zwischen grau und blau, zwischen Sichtbeton und Ostseehimmel. Eine zweite Begrenzung für seine Arbeit findet Korn in der Größe seines fahrbaren Ateliers. Schnittmuster für seine Motive berechnet und erstellt er per Hand.

Das Unterwegssein ist sicherlich eine Basis seines Schaffens. Vor allem osteuropäische Bauten haben es ihm in den letzten Jahren angetan, Reisen nach Talinn, Warschau, Prag oder Riga spiegeln sich in seinen Arbeiten wieder. In seinem Atelier stapeln sich Bildbände aus sozialistischen Zeiten.

„Wenn ich mit den Fassaden der Einheitsdiscounter spiele, wirtschaftsästhetische Innenstadtmöblierung oder sozialistische Käfigarchitektur verharmlose, so könnte ein wenig Heimatsehnsucht dabei sein.“ Egal wo sie sich aufhalten, die Standardisierung der Umgebung schreitet voran. Man bewegt sich, aber es sieht aus wie zuhause.
Flauschig.

aufgezeichnet von Matthias Mazek Klockenbusch